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Integration von EE-Kraftwerken in das Höchstspannungsnetz

Ein neuer Typ von Kraftwerk
Das Verbundkraftwerk, das die Parabel Netze und Anlagenbau GmbH (PNA) aktuell in der Region der Brandenburgischen Prignitz entwickelt, stellt einen neuen Typus von Kraftwerk dar. Als rein regeneratives Kraftwerk wird es erstmals über alle Funktionalitäten verfügen, wie sie auch fossile Kraftwerke haben. Es kann als flexibel regelbare Einheit nicht nur Wind-, Photovoltaik- und Biosgasanlagen samt Batteriespeichern kombinieren, sondern deren grünen Strom direkt in das 380 kV Übertragungsnetz integrieren. Diese Einspeiseebene war bislang nur fossilen Großkraftwerken vorbehalten, die mit Kohle, Kernkraft oder Erdgas betrieben werden.
Ein Produkt der Forschung
Die Parabel Netze entwickelte sein Konzept des Verbundkraftwerkes als Beitrag zum „Cluster Energietechnik“, mit dem beide Bundesländer den Innovationsprozess in diesem Zukunftsfeld vorantreiben. Das Verbundkraftwerk ist damit Teil und Plattform weiterer Forschungsarbeit in Berlin und Brandenburg. Forschungs-Beteiligte sind neben der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) auch die BTU Cottbus, die mit dem Modellprojekt „Separate Netze“, im Auftrag des Brandenburgischen Ministeriums für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Vorarbeit geleistet hat.
Systembaustein der Energiewende
Auf dieser Grundlage ist das Verbundkraftwerk auch ein innovativer Beitrag aus Berlin und Brandenburg zum Netzausbau und zur Systemstabilität. Es ebnet der regenerativen Stromerzeugung bislang ungenutzte Wege in das deutsche Stromnetz. Neben seiner aktuellen Bedeutung für Brandenburg zeigt es, wie der Stau im Ausbau der Verteilnetze, der gegenwärtig den Flaschenhals der Energiewende darstellt, abgemildert werden kann. Das Verbundkraftwerk bietet sich als Modellprojekt und konkreter Weg für andere Regionen in Deutschland an.
Von der EE-Einzelanlage zum CO2-neutralen Kraftwerk
Bislang wird die regenerative Stromerzeugung in singulären Anlagen gefahren, die technisch wie wirtschaftlich unabhängig voneinander betrieben werden. Im Verbundkraftwerk werden solche Anlagen zukünftig hinter einem Netzverknüpfungspunkt (Umspannwerk) gebündelt, kombiniert und zielgerichtet eingesetzt. Durch die übergeordnete Steuerung werden kurzzeitige Leistungsspitzen vermieden, die Energieverfügbarkeit wird erhöht und es kann erzeugungs- und nachfrageorientiert eingespeist werden. Der bisherige Nachteil der fluktuierenden Sonnen- und Windenergie wird größtenteils aufgehoben. Kombiniert mit Biogasanlagen und modernen Batteriespeichern wird eine neue Qualität erreicht. Ein Kraftwerk, dessen Eigenschaften bestechend sind: Flexibilität, Planbarkeit, Stabilität und Wirtschaftlichkeit.
Merkmal Systemdienstleistungen
Das Verbundkraftwerk bietet eine planbare, sichere und wirtschaftliche Kraftwerkskapazität. Sie zeichnet sich durch hohe Volllaststunden, minutengenaue Stromerzeugung und die Möglichkeit aus, sowohl im Grundlastbereich wie auch in der Regelenergie zu fahren. Diese Fähigkeit zu Systemdienstleistungen macht das neue Verbundkraftwerk fossilen Kraftwerken ebenbürtig. Damit bietet es auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht die erforderliche Grundlage zur Teilnahme an den Stromhandels- und Regelleistungsmärkten. Insgesamt sind damit alle Voraussetzungen geschaffen, um Verbundkraftwerke für die energiepolitischen Ziele Brandenburgs einzusetzen.
Einheitliches Vermarktungskonzept
Gemäß den heute noch aktuellen Bestimmungen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) müssen EE-Anlagenbetreiber ihren Strom selbst vermarkten. Das Verbundkraftwerk ist die passende Antwort auf diese gesetzliche Anforderung. Zwar muss jeder EE-Anlagenbetreiber, der sich am Verbundkraftwerk beteiligt, Eingriffe in die Fahrweise seiner Anlage akzeptieren, er erschließt sich dadurch aber Mehrerlöspotenziale durch eine gebündelte Vermarktung der Energie. Das ermöglicht die Marktintegration bzw. optimierte Teilnahme an den Handelsmärkten und damit einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber virtuellen Kraftwerken.